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Forschungs und Bildungsstation an den Osterseen

Posted in // studies by studiok6 on 30/04/2012

Im Rahmen meiner Abschlussarbeit beschäftigte ich mich mit einem Grundstück in Iffeldorf an den Osterseen und dem Thema Forschung und Bildung. Das Grundstück befindet sich am nordwestlichen Ende des Dorfes Iffeldorf direkt am Parkplatz der Osterseen. Von dort erstreckt sich eine aus 19 Seen bestehende Seenlandschaft Richtung Norden, bis zum Nordufer des Starnberger Sees. Diese Seenvielfalt macht sich die Limnologische Station der TU München zu nutze, um vor Ort die Struktur, sowie dem Stoff- und Energiehaushalt, von Binnengewässern zu erforschen. Einen neuen  extrovertierten Forschungsbau für diese ungewöhnliche Institution zu erschaffen, war auch der Grundgedanke meines Projektes, wozu sich noch ein Bildungsbau und eine Jugendherberge gesellten.

Es bildet das Ende der Dorfstruktur aus, welche sich um den ersten der Osterseen kesselförmig herumentwickelt hat.
Diese Kesselwirkung wurde im städtebaulichen Entwurf mit aufgenommen, so staffeln sich die drei Baukörper entlang der verschilften Seenkante des Waschsees und lassen Blicke vom Parkplatz auf die Seen zu. Durch die teilweise aufgeständerte Bauweise und die umliegenden Gänge wirken die Gebäude leicht und schwebend.

Im ersten Baukörper befindet sich die neue Forschungsstation des Limnologischen Institutes der Technischen Universität München.
Der Bildungsbau dient als verbindendes Element zwischen der Jugendherberge, welche sich im dritten Baukörper wiederfindet, und dem Forschungsbau. Desweiteren ist das Ensemble durch eine Stegkonstruktion miteinander verbunden, welche gleichzeitig den Fußweg vom Dorfplatz herunter aufnimmt. Dieser bietet nun die Möglichkeit, nicht mehr durch die private Wohnbebauung und den Parkplatz, sondern direkt auf die Wanderwege um die Osterseen zu gelangen. Die mit zwei bis drei Geschossen niedrige Bebauung pflegt sich sensibel in den Bestand ein, weckt aber dezente Aufmerksamkeit durch ihr Material- und Formsprache.

Aufgaben der Baukörper:

  • Forschungsbau: Auslagerung der Limnologischen Station aus dem  beengten Dorfkern hin zum Seeufer bei gleichzeitiger Gewährleistung des Wachstums auf höchstem technischem Niveau.
  • Bildungsbau: Um Einheimische und  Besucher der Osterseen für die Natur und die Ressource Wasser zu sensibilisieren, und den Bildungsstandort Iffeldorf zu stärken.
  • Jugendherberge: Um günstige Übernachtungsmöglichkeiten für Seminarteilnehmer und Touristen zu generieren.

Forschungsgebäude:

Der Baukörper ist nach dem Drei-Bund-Organisations-System gegliedert, welcher sich in Molekular Biowissenschaftlichen Gebiet bewährt hat. So gibt es eine Laborzone, eine Bürozone und einen Zwischenbereich, welcher für Erschließung und die nötigen Servicebereiche genutzt wird. Das verwendete Raster wird lediglich im Eingangsbereich, durch den ankommenden Steg durchbrochen und weißt so auf die Wichtigkeit der Eingangs- und Empfangssituation hin. Die Laborzone beinhaltet insgesamt sechs Einzellabore pro Geschoss, welche allerdings durch die Leichtbauweise auch zusammengeschaltet werden können. Die Labore werden über zwei große Installationsschächte versorgt, welche
gleichzeitig auch als aussteifende Elemente dienen. In der Servicezone sind die drei Treppenhäuser, Wagenräume, Spülküchen, Bruträume und Dunkelkammern untergebracht. Sie vermittelt zwischen Labor und Bürobereich und wird zweimal durch Lichthöfe aufgelockert. Durch die Verbindungsgänge und Lichthöfe soll der Informationsfluss und Begegnungen gefördert werden, lange Wege werden somit vermieden.

Bildungsbau:

Um die Besucher der Osterseen für die Natur und die Ressource Wasser zu sensibilisieren, sowie in der Forschung erfolgreich arbeiten zu können ist ein kommunikatives Konzept nötig. Diesen kommunikativen Part übernimmt in diesem Ensemble der Bildungsbau, in welchem sowohl Besucher der Jugendherberge, als auch die Tagestoursisten spielerisch informiert werden können. Im Bildungsbau befindet sich neben Seminar- und Vortragsräumen auch ein Labor, in welchem Kinder spielerisch für das Thema Wasser und Umwelt sensibilisiert werden und selbst als Forscher tätig werden können. Im Durchgangsbereich befinden sich Klappen, durch die Seewasser nach oben geholt und z.B. mikroskopisch untersucht werden kann. Um eine Mischung von Studenten, Forschern, und Besuchern zu generieren, wurde die Bibliothek der Limnologischen Station, im Bildungsbau untergebracht und sämtliche Seminar und Vorlesung werden dort stattfinden. Durch die hohe Transparenz aller Baukörper soll zusätzliches Interesse geweckt werden.

Konstruktion:

Das Gebäude besteht aus einer Ortbeton-Skelettstruktur. Rechteckige Stützen tragen die als Flachdecken ausgebildeten Geschossdecken.
Die horizontale Aussteifung wird durch die beiden Installationskerne und die beiden äußeren Treppenhäuser gewährleistet. Nicht tragende Trennwände zwischen dem Labor-, bzw. dem Bürobereich und den Fluren wurden in Trockenbauweise errichtet. Gegründet wird das Gebäude einerseits per Pfahlgründung, anderseits über Streifenfundamente in den unterkellerten Bereichen. Die angebrachte Lärchenholzfassade ist langlebig und fügt sich natürlich in die Umgebung ein. Das Laborraster ist nach außen klar lesbar und wir zusätzlich von vertikalen Elementen gegliedert, in welchen die Absturzsicherung und die Führung des Sonnenschutzes integriert ist.

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